• Wir tragen Sie an unseren Füßen! Einen rechts, einen links! Mal aus Leder, mal aus Stoff ... mal braun, mal rot! Sie halten mollig warm und helfen uns schmerzfrei über Stock und Stein! Dabei dürfen sie weder zu groß noch zu klein sein. Sie müssen optimal sitzen! Dann geht es unseren Füßen richtig gut!

    Und bestenfalls sehen sie auch noch klasse aus: Schuhe! Das "normalste" Kleidungsstück der Welt?! Heute ja! Damals nein! Doch was heißt "damals" ... ? Wann begann eigentlich die Geschichte des "Schuhs"? Wann lernten die Schuhe laufen? Trugen die Menschen in früheren Zeiten auch schon Schuhwerk, so wie wir es heute kennen?

    Lassen Sie uns gemeinsam in die Vergangenheit reisen...

  • Bereits die Steinzeitmenschen wussten sich zu helfen: Altsteinzeitliche Fuß- und Beinskelette deuten darauf hin, dass bereits vor 30.000 Jahren in Teilen Europas so etwas Ähnliches wie Schuhe getragen wurden.

    Auf Höhlenmalereien trugen die Jäger um die Füße gewickelte Fälle. Man kann davon ausgehen, dass diese dem Schutz vor Kälte, Hitze und rauem Untergrund dienten. Bei dem berühmten Steinzeitmenschen Ötzi aus der Kupfersteinzeit konnte man sogar feststellen, dass er bereits vor 5.000 Jahren eine Art gefütterten Schuh trug, der eine Sohle und Schnürsenkel besaß.

    Kein Wunder - ohne Schutz an den Füßen hätte er wohl kaum die Alpen besteigen können. Ganz schön pfiffig, unsere Steinzeitmenschen!

  • Zahlreiche Wand- und Tonmalereien weisen daraufhin, dass es zu dieser Zeit bereits verschiedene Schuhmodelle gab. Besonders bekannt sind die ägyptischen Zehenstegsandalen oder die römischen Sandalen, die bis zum Kniegelenk reichten.

    Eine große Innovation der Römer bestand in der Unterscheidung zwischen einem rechten und einem linken Schuh. Dies bedeutete zwar einen größeren Aufwand bei der Herstellung, bot aber einen größeren Tragekomfort beim Einzug in die Schlacht.

    Und auch die Damenwelt der Antike genoss bereits die modischen Aspekte prunkvoller Sandalen - veredelt mit Gold oder Silber. Ein Zeichen hohen Rangs und Reichtums. Die antiken Ladies wussten schon damals, was "chic" war - wobei sie damals sicherlich einen anderen Begriff dafür gewählt haben dürften.

  • Im Mittelalter kam den Schuhen eine besondere Bedeutung zu. In den städtischen Siedlungen gab es vorwiegend Lederschuhe, welche in der Herstellung zunächst auf links genäht und anschließend auf rechts gewendet wurden. Modische Aspekte gewannen zunehmend an Bedeutung. So entstanden Schnür-, Knöpf-, Schlupf- und Riemenschuhe, später auch Stiefel. Konisch zulaufende Spitzen war absolut "in"!

    Wer kennt nicht die mittelalterlichen Schnabelschuhe aus Filmen und historischen Reportagen. Samt und Seide in der Verarbeitung sowie prachtvolle Verzierungen wurden zum Markenzeichen der wohlhabenden Schichten. Runde Schuhe, vorwiegend aus Holz oder einfachen Stoff- oder Felllappen, dienten eher dem arbeitenden Volk.

    Besonders hohe Plateausohlen, bis zu einem halben Meter, traten ebenfalls in dieser Zeit auf. Sie sollten gegen den Schlamm und Schmutz der Straßen schützen, stellten ihre Träger jedoch vor halsbrecherische Probleme. Wer hätte gedacht, dass Schuhe damals so "gefährlich" sein konnten.

  • Im 17. Jahrhundert kamen Absätze in Mode. Ursprünglich entstanden diese im damaligen Persien als Steigbügelhalt beim Reiten. Bei Hofe tauchten sie dann zunächst in Form großer Keile auf, bevor sie fußfreundlichere Formen annahmen. Und wie wir alle wissen, ist uns der Absatz bei den Damenschuhe bis heute erhalten geblieben.

    Vermutlich dienten Absätze in ihrer ursprünglichen Funktion dazu, Schuhe und Träger vor dem Schmutz der damals sehr verdreckten Straßen und Wege zu schützen. Und auch in dieser Zeit konnten Schuhe zum Standessymbol werden - heute würde man wohl "Statussymbol" sagen: Rote Absätze waren allein den blaublütigen Damen vorbehalten!

    Trendsetter war hier der französische Sonnenkönig Ludwig, welchem als Liebhaber der Künste und Wissenschaften ein prunkvolles Auftreten nachgesagt wurde.

  • Das 19. Jahrhundert brachte nicht nur die Nähmaschine, sondern auch maschinelle Fabriken hervor, welche eine kostengünstigere Produktion von Schuhen im Gegensatz zur handwerklichen Fertigung ermöglichten. Die Schuhmode unterlag hier ihrer größten Veränderung. Schuhe wurde nun auch für ärmere Menschen bezahlbar.

    Zudem waren Arbeitsschuhe jeder Art gefragt, so dass der praktische Nutzung des Schuhwerks langsam in den Vordergrund rückte. Dennoch gab es modische Entwicklungen - so trugen die Damen die bekannten halb hohen Stiefel mit Knöpfen und Schnüren und z.T. aufwändigen Verzierungen in Form von Stickerein.

    Auch die römische Idee, dass der rechte und linke Schuh entsprechend der Fußform verschieden sein muss, wurde in der Produktion berücksichtigt. Endlich gab es Schuhe, die der menschlichen Anatomie Rechnung trugen!

  • Die Schuhherstellung wurde durch viele Innovationen in der Produktion noch kostengünstiger. Da sich die Menschen, insbesondere die Damen, nun häufiger Schuhe leisten konnten, gab es in der Schuhproduktion entsprechende Auswirkungen hinsichtlich des modischen Aspekts. Verspielte Schuhformen in möglichst zahlreichen Varianten begannen ihren Siegeszug.

    Die kurzen Röcke der 20er Jahre z.B. setzen den Schuh ins Rampenlicht und so konnte er in goldenen Farben mit bunten Perlen glänzen. Auch die Materialien wurden vielfältiger. Wohingegen in den vorherigen Epochen vorwiegend Leder verwendet wurde, fanden nun auch Kunstfaserngewebe ihren Einsatz.

    In den Kriegsjahren fanden die Schuhe dann zur ihrem ursprünglichen Auftrag, die Füße zu schützen, zurück. Die nachfolgenden Wohlstandsjahre der 50er und 60er Jahren brachten dann das modische Comeback. Designer entdeckten den Pump als Sinnbild weiblicher Eleganz und ließen ihrer Kreativität freien Lauf.

    Dies führte bis heute zur Entwicklung vieler verschiedener Stilrichtungen und Variationen! .... Danke!

  • Kinderschuhe waren lange nur verkleinerte Schuhe von Erwachsenen! Im Glauben, die zarten Kinderfüße würden keinen Schaden nehmen, wurde wenig Rücksicht auf die Anatomie des Kinderfußes genommen. Erst 1896 gründete Gustav Hoffmann, ein Händler für Schuhmacherbedarf, gemeinsam mit seinem Schwager Fritz Pannier eine Fabrik, die ausschließlich Kinderschuhe herstellte.

    Das Revolutionäre bestand u.a. darin, dass zum ersten Mal Kinderschuhe für den rechten und linken Fuß produziert wurden! Später trennte sich Hoffmann von seinem Schwager und fand mit seiner Kinderschuh-Produktion in den 20er Jahren den großen Durchbruch. Am 2. Mai 1928 meldete Hoffmann die Marke Elefanten beim Reichspatentamt in Berlin an!

    Die Geschichte der kleinen Roten begann ....

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